
Bereits mehr als 500 "Stolpersteine" des Künstlers Gunter Demnig erinnern in Gehwege verlegt an Lebensschicksale von Menschen, die wegen ihrer Rasse, ihrem Glauben, ihrer Überzeugung, ihrer sexuellen Orientierung oder einer körperlichen oder politischen Behinderung in der Zeit des Nationalsozialismus verfolgt, ausgegrenzt, deportiert oder ermordet wurden.
Am Samstag, dem 1. Mai wurden um 10 Uhr zwei dieser Steine vor dem Theodor-Rothschild-Haus der Stiftung Jugendhilfe aktiv in Esslingen verlegt.

Der erste Stein erinnert an Theodor Rothschild, dem langjährigen Leiter des ehemals als "Jüdisches Waisenhaus" geführten Heims. Herr Rothschild starb nach seiner Deportation 1944 im KZ Theresienstadt.

Der zweite Stein ist der vor ihrer Deportation im Rothschild-Haus tätigen Erzieherin Rosi Schul (verh. Ruben) gewidmet. Ihr gelang nach der Deportation nach Polen die Flucht nach England. Die heute 95jährige nahm gemeinsam mit ihren beiden Töchtern an der Verlegung der Stolperteine teil.
Das Projekt wurde von Schülern der 11. Klasse des Esslinger Georgii-Gymnasiums erarbeitet und vorbereitet und in Kooperation mit der Stiftung Jugendhilfe aktiv verantwortet.
Am Vortag der Verlegung, am Freitag, den 30. April 2010, fand um 19 Uhr in der Aula des Georgii-Gymnasiums eine Präsentation des Schülerprojekts statt. Im Anschluss daran kam es zu einem Gespräch zwischen Schülern, Frau Ruben, deren Töchtern und dem Künstler Gunter Demnig.
Weitergehende Informationen:
Arndt Montag, Stiftung Jugendhilfe aktiv
Tel.: 0711/937803-440
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